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BOTAX 80
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Universelles Diagnosesystem UDS-80[1]

Das Universelle DiagnoseSystem UDS-80 wurde im VEB Wissenschaftlich Technischen Zentrum des Kraftverkehrs Dresden (WTZK) entwickelt, um den steigenden Bedarf an moderner Diagnosetechnik für Kraftfahrzeuge in den Verkehrs­betrieben der DDR und bei der NVA zu decken. Durch enge Zusammen­arbeit mit Mitarbeitern des VEB Funkwerk Erfurt, Abt. Applikation Bauelemente, konnte schon frühzeitig das Know-How zum U880-System genutzt werden, so dass bereits Ende 1979 der Prototyp des Diagnosegerätes präsentiert werden konnte. Das Gerät wurde ab 1984 im VE Verkehrskombinat Gera (VK Gera) in Serie produziert. In der Mitte 1990 erschienen Veröffentlichung [2] wird von etwa 600 produzierten Geräten berichtet. Das UDS-80 wurde vom Ministerium als „Roboter“ deklariert und war deshalb wichtig für die Erfüllung der Planauflage.

Neben der Nutzung zur Kfz-Diagnose im zivilen und militärischen Bereich hatte auch die Interflug ein großes Interesse am UDS-80. Es wurden hier viele Versuche zur Messung der Start­beschleunigung und der Bremsung bei der Landung durchgeführt (Ermittlung von Beschleunigungs- und Bremsreserve). Mitarbeiter des Entwicklungs­teams haben an einem Versuch bei der Interflug teilgenommen.

UDS-80 Hardware

Beim UDS-80 handelt es sich um ein Mikroprozessor gesteuertes Gerät mit Bausteinen aus der U880-Familie. Konstruktiv besteht das Gerät aus mehreren Karten des modularen Systems Ratio-80, welches im Zweig FPS2 auf der RIO & PLZ Homepage beschrieben ist. Dabei kamen folgende Baugruppen zum Einsatz:

[Ratio-80Karte]

Das UDS-80 wurde aus dem Fahrzeugbordnetz mit Spannung versorgt. An der Front des UDS-80 befinden sich vier Analog­eingänge und zwei Digital­eingänge zum Anschluss verschiedener Geber und Sensoren für die einzelnen Mess­programme. Ein analoger Ausgang dient zur Ansteuerung eines Schreibers, um die erfassten Messungen als Kurve auf Papier auszugeben. Ein Beschleunigungssensor BWH 101 war bereits im Gerät verbaut, so dass für die Bremsen­diagnose BEPO im einfachsten Fall ausser einem am Bremspedal befestigten Kontakt­geber kein zusätzlicher externer Sensor benötigt wurde.

UDS-80 Diagnoseprogramme

Im UDS-80 sind verschiedene Diagnoseprogramme implementiert. Die dazu notwendigen technischen und mathematischen Grundlagen wurden von Mitarbeitern des WTZK Dresden und der Militärakademie Dresden erarbeitet und in die Software des UDS-80 umgesetzt.

Je nach anstehender Diagnoseaufgabe mussten die dazu notwendigen Sensoren an die vorbestimmten Eingänge angeschlossen werden und mittels Vorwahl­drehschalter das Programm ausgewählt werden. Folgende Programme standen zur Auswahl:

Weitere Diagnose­programme hätten, entsprechende Sensoren und technisch/mathematische Grundlagen voraus gesetzt, implementiert werden können. Für einige Verfahren liefen schon die Grundlagen­untersuchungen. Beispiele dafür waren:

In [1] findet man eine detailierte Beschreibung des UDS-80 sowie der implementierten Diagnoseprogramme und deren Grundlagen.

Bremsendiagnosegerät BC 90[2]

Nachfolger des UDS-80 sollte das Diagnosegerät BC 90 (Break Checker) werden, welches hauptsächlich für die Bremsendiagnose an Kfz mit einem gegenüber dem UDS-80 weiterentwickelten Verfahren arbeitete. Das Systemdesign war offen gestaltet, so dass auch andere vom UDS-80 bekannte Diagnoseverfahren beim Anschluss entsprechender Sensoren implementiert werden konnten. Das BC 90 kam jedoch nicht über den Prototyp Status hinaus. Besondere Merkmale waren:

In [2] findet man eine detailierte Beschreibung des BC 90 sowie der Grundlagen der Bremsendiagnose.

[1] Dummer, J.; Runge, W.; Treufeld, E.: Entwicklung des Universellen Diagnosesystems UDS-80. Teil 1 und 2 In: Kraftverkehr Berlin 27 (1984), Nr. 5, S. 183ff und Nr. 6, S. 226ff.
[2] Dummer, J.; Runge, W.; Treufeld, E.: Sichere Bremsen im Kraftfahrzeug. Neues Verfahren zur schnellen Überprüfung der Verkehrssicherheit von Fahrzeug­bremsanlagen. In: Technische Überwachung 31 (1990), Nr. 7/8, S. 326ff, ISSN: 1434-9728.